BuiltWithNOF

Jürgen Schwalk guitarist - composer

SOLO - DUO ALEXANDRE TANSMAN - JAZZ`N’SAMBA TRIO

Biografie Alexandre Tansman

Geboren 1897 in Lòdz, Polen, wuchs Alexandre Tansman als Sohn jüdischer Eltern in großbürgerlichen Verhältnissen auf. Als Pianist, Komponist und Dirigent wurde er an den Musikhochschulen in Lòdz und Warschau ausgebildet. Tansman experimentierte schon als Student mit ungewöhnlichen Klängen und Harmonien. Sein Traum war es, in Paris, dem damaligen Zentrum moderner Musik, leben und arbeiten zu können. Ein Trick brachte ihn seinem Ziel vor allem in finanzieller Hinsicht näher: Er sandte für den nationalen polnischen Kompositionswettbewerb im Jahr 1919 mehrere Kompositionen unter zwei Pseudonymen ein und gewann gleichzeitig den 1. und 2. Preis. Trotzdem hielt sich in Polen seine öffentliche Anerkennung in Grenzen. Zu konservativ war das Publikum, und vielleicht spielte auch der zunehmende Antisemitismus in Polen eine Rolle bei seiner Entscheidung, noch im selben Jahr nach Paris zu entfliehen.

Paris

In Paris schlug er sich anfangs als Fabrikarbeiter durch, später erhielt er nicht zuletzt wegen seiner umfangreichen Sprachkenntnisse eine Anstellung in einer Bank. Sein Freund Roland-Manuel, ein bedeutender Musikwissenschaftler, arrangierte die für Tansmans weiteren Lebensweg entscheidende Begegnung mit Maurice Ravel, der von Tansmans Kompositionen überaus angetan war. Ravel vermittelte seinem jungen Kollegen Kontakte zu Verlegern, Musikern und Konzertagenturen, so daß Tansman 1920 seinen ersten Klavierabend in Paris geben konnte.

Eine Einladung bei Henri Prunières, Herausgeber der Musikzeitschrift Revue Musicale, führte zu einer für Tansmans kompositorisches Schaffen beeinflussenden Begegnung mit einem der größten spanischen Gitarristen, dem in Paris weilenden Andrès Segovia. Dieser intonierte im kleinen Kreis der Gäste eine Pièce, eine Chaconne von Johann Sebastian Bach, und demonstrierte dabei auch Möglichkeiten besonderer Klangtechniken. Die Gitarre als Konzertinstrument begeisterte Tansman, und er entwarf gleich Pläne für eigene Gitarrenkompositionen. So entstanden unter Segovias Mitwirkung eine ganze Reihe der großartigsten Gitarrenkompositionen des 20. Jahrhunderts. (Siehe „Hommage à Tansman“, Werke für Gitarre, gespielt von Jürgen Schwalk, CD P & P, 13061998)

(Welt-) Reisen

Alexandre Tansman erhielt als Interpret und Dirigent regelmäßig Einladungen zu Konzerten nach Amerika. Seine Reisen inspirierten seine melodische Fantasie. In derSonatine Transatlantique, ursprünglich ein Orchesterstück, das 1929 in Paris mit großem Erfolg uraufgeführt worden war, verarbeitet er seine musikalischen Reiseeindrücke aus Amerika: Fox-Trot, Spiritual and Blues und Charleston lauten die Satzüberschriften.

1932 startete Tansman von Warschau aus zu einer Welttournee. Er konzertierte in Hawai, Japan, China, auf den Philippinen, in Singapur, auf Java und Bali, in Indien, Ägypten, Griechenland und Israel. Seine Begegnungen auch mit außereuropäischer Musik inspirierten ihn,

15 musikalische Reiseblätter für Klavier zu komponieren: Le Tour du Monde en Miniature.

Nach seiner Rückkehr nach Paris arbeitete Tansman intensiv an weiteren musikalischen Projekten. Hier entstand auch die Rhapsodie Hébraïque in einer Orchester- und Klavierfassung. Die zarte und wie improvisiert erscheinende Klanglichkeit dieses Stückes ist wie geschaffen für eine Ausführung mit der im Vergleich zur großen Flöte tiefer klingenden Altflöte und der Gitarre.

Exil

Der deutsche Faschismus und die Okkupation Frankreichs machten den Juden das Leben in Paris unmöglich. Erst mit finanzieller Hilfe eines von Charlie Chaplin -Tansman hatte Chaplin schon in Amerika kennengelernt und ihm bereits sein erstes Klavierkonzert gewidmet- gegründeten Hilfsfonds gelang es dem Komponisten und seiner Familie, Ende des Jahres 1941 aus Europa zu fliehen. Mit knapper Not erreichten sie das letzte Schiff von Lissabon in die USA.

Die Tansmans lebten mit vielen anderen Exilmusikern, -schriftstellern und -künstlern in Hollywood, Los Angeles. Arnold Schönberg, Igor Strawinskij, Darius Milhaud, Hanns Eisler, Theodor W. Adorno und Mario Castelnuovo-Tedesco -ein beachtlicher Teil der europäischen Musikszene überlebte den Faschismus dank einzelner Aufträge aus der Filmbranche.

Ausstrahlung

Nach dem Krieg lebte und arbeitete Tansman in Paris bis zu seinem Tod am 15. November 1986. Er hinterließ ein umfangreiches Werkverzeichnis, doch sind außer seinen Gitarrenwerken nur selten andere Kompositionen im heutigen Konzertrepertoire vertreten. Wir können die Faszination der Großstadt Paris auf den jungen Tansman vielleicht nachempfinden, wenn wir - in einem Straßencafé sitzend - von irgendwoher Musik vernehmen und dabei den leichten Wind des musikalischen Impressionismus assoziieren...,

(Zur Biografie A. Tansmans siehe: Corazón Otero, Alexandre Tansman. Su vida y obra para la guitara, México, D.F. 1997)

(Thomas Döller)

click here for english translation

 

[Home] [Biografie] [Duo A. Tansman] [English] [DEMO MP3] [Biografie Tansman] [Kritik Novelettes] [JAZZ´N`SAMBA TRIO] [Discografie] [NEW! MP3 Files] [Scores] [Presse] [Photos] [Contact]